Es saß da auf den kalten Badezimmerfliesen – fehl am Platz, still und leicht beunruhigend.
Meine Freundin und ich starrten es länger an, als es Sinn machte. Es war klein, formlos … nur ein feuchter, organisch aussehender Fleck. Und doch, je länger wir hinschauten, desto fremder fühlte es sich an. Es gehörte nicht in ein sauberes, modernes Badezimmer. Es gehörte überhaupt nicht dorthin.

Wir fingen an zu raten.
Ein Parasit?
Eine Art Schimmel?
Etwas, das aus dem Inneren der Mauern gefallen war?
Jede Erklärung machte es schlimmer. Das Badezimmer – einst gewöhnlich, vertraut – fühlte sich plötzlich falsch an, als ob dort die ganze Zeit unbemerkt etwas gewachsen wäre.
Selbst als wir Theorien flüsterten, wussten wir, dass wir wahrscheinlich überreagierten. Trotzdem würde das Unbehagen nicht verschwinden.
Zwei Erwachsene, völlig verunsichert von einem formlosen Fleck auf dem Boden.
Das war der seltsamste Teil — nicht die Sache selbst, sondern wie schnell sie unseren Sinn für Normalität störte. Wenn etwas Unbekanntes an einem Ort auftaucht, von dem Sie glauben, dass Sie es verstehen, füllt Ihr Verstand die Lücken … und selten mit etwas Tröstlichem.
Wir umkreisten es vorsichtig, unsicher, ob wir es ignorieren oder in Panik geraten sollten. Meine Freundin machte sich Sorgen um Giftstoffe, versteckte Schäden, etwas Tieferes. Ich versuchte sie zu beruhigen, aber ehrlich gesagt spürte ich die gleiche Spannung. Das eigentliche Problem war nicht, was es war—
es war nicht zu wissen.
Und in dieser Unsicherheit leistet die Vorstellungskraft ihre schlechteste Arbeit.
Schließlich fanden wir die Antwort: ein harmloser, seltsam geformter Schleimpilz, der sich unter feuchten Bedingungen zeigt.
Keine Gefahr. Keine versteckte Bedrohung.
Nur etwas Unbekanntes.
Wir putzten die Fliesen, öffneten die Fenster und lachten später darüber, wie intensiv sich der Moment angefühlt hatte. Aber das Gefühl verschwand nicht ganz.
Denn sobald dich etwas Gewöhnliches verunsichert, hinterlässt es Spuren.
Jetzt, jedes Mal, wenn ich in dieses Badezimmer trete, ertappe ich mich dabei, wie ich ohne nachzudenken auf den Boden schaue. Nicht weil ich erwarte, etwas Seltsames zu sehen—
sondern weil sich das Vertraute einmal für einen Moment nicht mehr sicher fühlte.






